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Hier findest du Aktuelles, Links, Tipps, Fotografie, Musik etc. Je nach Lust und Laune hat es auch mal was Sinnfreies dabei. Unter den Rubriken kannst du die verschieden Themen auswählen.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Yanni - The Rain Must Fall

Roger Waters 'Deja Vu'



Wenn ich Gott sein könnte
Dann wären die Adern im Gesicht widerstandsfähiger gegen Alkohol, und man würde das Altern nicht sehen
Wenn ich Gott gewesen wäre
Hätte ich viele Söhne erschaffen, und es nicht geduldet das die Römer auch nur einen von ihnen umbringen
Wenn ich Gott gewesen wäre
Mit meiner Gefolgschaft und meinem Stab 
Und wenn ich ihre Zustimmung bekommen hätte 
Ich glaube, dann hätte ich den besseren Job gemacht 
 Und wäre ich eine Drohne 
Die den fremden Himmel überwacht 
Mit meinen elektronischen Augen die mich leiten 
Und dem Vorteil des Überraschungsmoment 
Würde ich mich davor fürchten jemanden zuhause anzutreffen 
Etwa eine Frau die am Herd steht 
Die gerade Brot backt, Reis macht, oder sich einfach nur ein paar Knochen aufkocht 
Wenn ich eine Drohne wäre 
 Die Tempel zertrümmert 
Die Bänker verdienen sich fett 
Die Eingeschüchterten gehen 
Und die gewaltige Mehrheit bleibt stumpf 
Die Forelle folgt einfach der Strömung ohne selbst zu entscheiden 
Du lehnst dich nach links, doch entscheidest Dich für rechts 
Und es fühlt sich an, als hätte es das schon einmal so gegeben 
Die Sonne geht unter, und ich vermisse 
Dich schon wieder Berechne die Kosten der Liebe die verloren geht 
Dort in den kreisrunden Pools, tief unter meinen Flugzeug 
Sind Säufer und Trottel nicht einmal 99 Cent wert

Samstag, 2. Dezember 2017

Bettverbot fürs Smartphone




Anitra Eggler kennt Fluch und Segen der Digitalisierung. In den Neunzigerjahren war sie Internetpionierin, heute ist sie eine der gefragtesten Expertinnen für einen massvollen Online-Konsum. Was ist ihr Rezept?

Text: Barbara Lukesch


Anitra Eggler, Sie nennen sich Digitaltherapeutin. Wer sind Ihre Patienten?

Damit keine falschen Vorstellungen entstehen: Bei mir legt sich niemand auf die Couch. Ich bin Journalistin. Meine Therapie besteht aus Buchstaben, die ich in Form von Büchern und Bühnenvorträgen verabreiche. Die Patienten sind meist Bürokrieger aller Hierarchien, Unternehmensgrössen und Branchen. Ich habe aber auch schon Lehrer, Kirchenvertreter, WhatsApp-Omis oder Digital Natives von Krankheiten wie E-Mail-Wahnsinn, Smartphone-Sucht, Daten-Diarrhö oder Social-Media-Inkontinenz befreit.

Woran merken Sie, dass Ihre Therapie wirkt?

An der Aufmerksamkeitsspanne der Leute: Die beträgt vor dem Besuch meines Bühnenvortrags gerade mal 9 bis 15 Sekunden. Danach halten es die Zuhörer oft den ganzen Apéro lang aus, nicht aufs Handy zu starren. Stattdessen unterhalten sie sich mit anderen über den ganz normalen digitalen Wahnsinn unserer Zeit.

Wann haben Sie selber diesen Wahnsinn entdeckt?

Im Jahr 2009. Damals entwendete mein wichtigster Mitarbeiter sein Firmenhandy aus meinem Schreibtisch, weil er den von mir verordneten «Offline-Urlaub» nicht umsetzen wollte: Statt abzuschalten mit seiner Familie, wollte er im Urlaub arbeiten. «Wie krank ist das denn? Meine Mitarbeiter versklaven sich selbst!», dachte ich mir. Ich wollte keine digitalen Leibeigenen als Mitarbeiter, sondern mündige Menschen, die anschalten, um das Beste aus der Digitalisierung rauszuholen, die aber auch abschalten können, um das Beste im Leben zu geniessen.

Und Ihr eigener Online-Konsum? Wie sah der zu jener Zeit aus?

Nach diesem Erlebnis wurde mir bewusst, dass ich binnen zwölf Jahren als Journalistin und Managerin von Internetfirmen bereits 1,5 Jahre vermailt und 2,5 Jahre versurft hatte. Die Zeitersparnis, die Effizienz- und Produktivitätssteigerung, die das Digitale bewirken kann, tritt nur dann ein, wenn der Mensch seinen Konsum kritisch hinterfragt und die Geräte entsprechend smart konfiguriert.

Was ist denn so verlockend an den kleinen Geräten, dass Menschen offenbar davon süchtig werden?

Mit den zahllosen Aufmerksamkeitsreizen, die Smartphones bieten, machen sie unser Hirn süchtig nach Dauerablenkung. Gleichzeitig verfügt ein Smartphone über Ego-Booster wie Social Media oder süchtig machende Games. Wir machen total hirnbefreit alles, was medienmöglich ist, und sind ständig auf Abruf, als wären wir Notärzte, beruflich und privat. Das bereitet Stress, ruiniert Arbeitsspass, Produktivität – und ist schlecht für die Kussbilanz.

Welche Folgen des digitalen Overkills halten Sie für die schlimmsten?

Ganz vorne: Lebenszeitvergeudung! Mehr als die Hälfte seiner 16 Wachstunden verbringt der Homo digitalis mit seinem Handy, im Netz und vor der Glotze. Knapp zehn Sekunden pro Tag erübrigt er im Schnitt fürs Küssen. Der Homo digitalis ist ein lebenszeitverachtender Prioritätensetzer: Die schönsten Momente fotografiert er, statt sie zu erleben. 88-mal am Tag wird das Handy gecheckt. Hat man eine neue Mail wahrgenommen, bleibt diese maximal sechs Sekunden ungelesen – auch wenn es die unnötigste Viagra-Spam-Mail aller Zeiten ist. Das kostet Produktivität: Bürokrieger verbringen eineinhalb Arbeitstage pro Woche in ihrer Mailbox. Sie glauben, überall zu sein, sind aber nirgends mehr wirklich präsent. Weder beim Partner noch bei den eigenen Kindern und am Arbeitsplatz schon gar nicht.

Wie gehen Sie selber mit Ihrem Smartphone um?

Handys haben Bett- und Tischverbot. Ich checke Mails nur einmal am Tag, Social Media nutze ich beruflich nur gelegentlich, in meinem Privatleben spielen sie überhaupt keine Rolle. Im Urlaub schalte ich komplett vom Job ab, zelebriere Treibholztage ohne Handy, ohne Plan und Ziel und flaniere durch meine eigene Stadt wie ein Erstbesucher, solche Sachen.

Was halten Sie von digitaler Abstinenz?

Seit zwanzig Jahren wissen wir, dass die Digitalisierung die Technologie unserer Zeit ist. Nur wer sie beherrscht, ist wettbewerbsfähig. Daher ist Abstinenz sicher keine Lösung. Es geht nicht einmal zwingend darum, weniger online zu sein. Aber es muss darum gehen, besser und bewusster online zu sein. Wir brauchen beide Pole: meditieren und programmieren – das sind Kernkompetenzen von heute und morgen.

Der deutsche Psychiater Manfred Spitzer warnt in seinem gleichnamigen Bestseller davor, dass unkontrollierter Online-Konsum zu «Digitaler Demenz» führt. Was sagen Sie dazu?

Ich kenne Manfred Spitzer persönlich. Was uns eint, ist das kritische Hinterfragen der Nebenwirkungen der Digitalisierung. Was uns trennt, ist der Umgang damit. Für mich sind die digitalen Angebote so lebenswichtig wie der Strassenverkehr. Deshalb plädiere ich für «Fahrschulen» und publiziere «Verkehrsregeln». Manfred Spitzer hingegen will den Strassenverkehr abschaffen und das Autofahren verbieten. Meine Thesen liefern den Menschen Rezepte für einen intelligenten Umgang mit der Digitalisierung. Medien machen nicht per se dumm oder schlau. Das, was der Mensch draus macht, entscheidet über das Ergebnis.

Was ist eigentlich mit Ihrem Mitarbeiter passiert, der sein Smartphone aus einer Schublade Ihres Schreibtisches entwendet hat?

Ich habe ihn im Urlaub arbeiten lassen und sein Fehlverhalten ignoriert. Drei Monate später hat er freiwillig sein Smartphone gegen ein altes, nicht internetfähiges Handy eingetauscht. Warum? Weil er auf dem Spielplatz Mails gecheckt hat, unaufmerksam war und seine Tochter deshalb von der Schaukel gefallen ist. Die Kleine hat zu ihm gesagt: «Papa, dein Handy macht mir Aua!» Da wusste er, jetzt habe ich mein Handy nicht mehr im Griff, sondern mein Handy mich.


Anitra Eggler, 44, lebt in Wien. Nach dem Abitur arbeitete sie als Journalistin. 1998 zählte sie zu den digitalen Pionieren. Nach zwölf Jahren Hochgeschwindigkeit und grossem Erfolg als Internetmanagerin waren ihre Batterien leer. Sie entwickelte sich zur Vorkämpferin für einen selbstkritischen Umgang mit dem Netz. Dazu publizierte sie verschiedene Bestseller zum Thema und hält Vorträge als «Digitaltherapeutin».
www.anitra-eggler.com



Gelesen im Kundenmagazin von Sanitas

Montag, 13. November 2017

Zitat

Zu viel nachdenken ist wie schaukeln. Man ist zwar beschäftigt, aber kommt kein Stück weiter.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Nein sagen: ein Liebesdienst?

Ich genoss eine strenge Erziehung. Uns Kinder wurden sowohl von den Eltern als auch Grosseltern Grenzen aufgezeigt. Sie lehrten uns Respekt, aber wir erfuhren auch viel Liebe und Grosszügigkeit.

Eine moderne Familie ist heute oft ein um das Kind kreisender Kosmos. Die Eltern lesen ihren Lisas und Limas in voreiligem Gehorsam jeden Wunsch von den Augen ab. Wenn es etwas nicht gibt, quengeln die kleinen, bis Mami oder Papi nachgibt. Als wichtige Erziehungsziele gelten Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Das Werte wie Güte, Rücksicht oder Geduld sowie - später im Leben - Mut, Fleiss und Arbeitsbereitschaft sich lohnen, lernen viele nicht mehr.

Der Vater und Style-Kolumnist Thomas Meyer hingegen moniert die mangelnde Achtung der Erwachsenen gegenüber ihrem Nachwuchs. Wenn einem schutzlosen Lebewesen mit Liebesentzug gedroht wird, es beleidigt oder erpresst wird, verlieren alle.

Gelesen im Style, Editorial von Sabina Hanselmann-Diethelm

Montag, 16. Oktober 2017

Zitat von Jean-Jacques Rousseau

Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu geniessen.

Sonntag, 1. Oktober 2017

So bekommst Du Dein Wochenende zurück

Wochenenden gibt es nicht mehr. So kommt es einem zumindest oft genug vor. Denn Wochenenden, früher noch Zeit für Hobbies und Co., sind mittlerweile auch nichts anderes, als der verlängerte Arm der Woche. Es werden Mails gecheckt, noch schnell ein paar Dinge für die Arbeit erledigt, geputzt, eingekauft und die nächste Woche vorbereitet. Und im Handumdrehen ist es vorbei, das schöne Wochenende.

Müssen wir uns damit jetzt abfinden? War es das mit den Wochenenden, oder haben wir noch eine Chance?

Die Journalistin Katrina Onstad hat zu genau diesem Thema ein Buch geschrieben. Das Buch heißt „The Weekend Effect“ (auf Englisch erhältlich) und dort stellt Onstad ganz deutlich klar: Nein, so darf es nicht bleiben. Wir müssen uns unsere Wochenenden zurückerobern. Aber wie?

Zunächst erklärt Onstad, woher das überhaupt kommt, mit dem Wochenende. Wozu die arbeitsfreie Zeit eigentlich mal gut war und wie es so einreißen konnte. Wir sind natürlich auch ein Stück weit selber schuld. Mittlerweile, viele von uns erleben das schmerzhaft, wird es als Ausweis großer Fähigkeiten gesehen, möglichst viel zu arbeiten. Ständig im Stress zu sein. Wer so richtig reinhaut und an die eigenen Belastungsgrenzen geht, der wird als wahrer Held der Arbeit erfahren.

Das klingt übertrieben, aber ein bisschen was von diesem Glauben steckt in fast allen. Und so kommt es, dass wir die Wochenenden nicht mehr richtig ernst nehmen. Wir legen das Smartphone kaum aus der Hand und selbst wenn wir nicht mit Arbeit beschäftigt sind, dann wischen wir durch die sozialen Netzwerke, schauen uns Bilder an, lesen Artikel kurz durch…und kommen nicht zur Ruhe.

Aber selbst wenn wir so mit Freunden interagieren, es tut uns auf Dauer nicht gut. Was uns hingegen gut tut, sind echte Kontakte. Echte Treffen, wie Onstad schreibt: “Ohne echte Interaktion, geht der ´Teil unseres Selbst unter, der nur hochkommt, wenn er mit echten Menschen in Kontakt steht.”

Aber was tun?

Laut Onstad ist zum Einen der Gesetzgeber gefragt. Hier sollte der Staat tätig werden und für mehr Freizeitausgleich bei Arbeitnehmern sorgen. Schließlich ist eine Work-Life-Balance nicht nur eine Frage, die Unternehmen etwas angeht. Letzten Endes ist es eine Frage, die das Gemeinwohl betrifft.

Zum Anderen sind wir aber auch selbst gefragt. Denn wir haben es in der Hand, aus unserem Wochenende eine runde Sache zu machen. Onstad schlägt vor, wir sollten uns mehr mit altruistischen Dingen beschäftigen. Aber auch mit kreativem Input. In ein Museum gehen. Ganz befreit und voller Bewunderung Kunst anschauen. Sich sozial engagieren. Ausführlich essen. Dinge tun, für die wir uns im Alltag nie die Zeit nehmen würden: Stundenlang brunchen, beispielsweise. In die Natur gehen. Ganz ekstatisch tanzen. Nichtstun. Sich um andere kümmern. Zuhören. Weghören. Dösen.

Denn bei einer Work-Life-Balance sollte ja eigentlich nicht das Ziel sein, einfach fit für die Arbeit zu werden. Sondern fit für’s Leben.

von Gereon von Ehrenfeld

Freitag, 29. September 2017

Tschüss, ich mach Feierabend! Warum du Nein zu Überstunden sagen sollst





Ganz langsam gleiten die Zeiger über das Ziffernblatt und ticken unaufhaltsam in deinem Kopf. Eigentlich könntest du jetzt deinen Laptop zuklappen und Richtung Feierabend marschieren. Eigentlich. Denn obwohl dein Überstundenkonto aus allen Nähten platzt, lässt dich das schlechte Gewissen am Bildschirm kleben.

43,5 Stunden – so viel arbeiten laut einer neuen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Vollzeitbeschäftigte pro Woche. Das sind fünf Stunden mehr als durchschnittlich vereinbart[1]. Und weil bei den meisten Nine-to-five-Jobs auch die Mittagspause zwischen Tastatur und Mousepad stattfindet, klingen Work-Life-Balance und pünktlicher Feierabend mehr nach luxuriösen Privilegien als 0815-Standard.

24/7 Wir-Gefühl und We-are-Family-Gewissensbisse

Die Grenzen zwischen Privatleben und Job verschwimmen, deswegen bleiben Power Point und Briefingdokument selbst am Wochenende geöffnet – unbezahlt, versteht sich. E-Mail-Postfach und Puls blinken hektisch um die Wette, unerledigte Aufgaben sammeln sich schneller an, als Stressflecken im Gesicht. Kaum verwunderlich, dass schon mehr als zwei Überstunden wöchentlich psychische und körperliche Spuren an Workaholics hinterlassen: Rückenschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung.

Aber einfach „Nein“ zu sagen, weil der Akku leer ist? Scheinbar unmöglich.  Auch in den Bewertungen auf kununu taucht das Wort Überstunden fast 14.000 mal auf. „Überstunden zum Nulltarif“ und unbezahlte Extrazeit werden als „normal angesehen und verlangt“. Sie verschwinden wie selbstverständlich zwischen flexiblen Arbeitszeiten und Zeiterfassung auf Vertrauensbasis. Als wäre es ein „privates Vergnügen“, den Chef öfter zu sehen, als die Familie.

Eigentliches Problem sind aber nicht die Überstunden an sich. Vielmehr ist es die We-are-Family-Mentalität: Wenn auch der Kollege noch am Schreibtisch hockt, müssen unbezahlte Arbeitszeiten schon in Ordnung sein. Schließlich machen das viele Unternehmen so. Aber genau das ist der springende Punkt: Denn das können sie nur, weil es sich die Arbeitnehmer gefallen lassen. Es ist in Ordnung, auch mal „Nein“ zu  sagen.

Kenne deine Rechte. Und trau dich, sie durchzusetzen.

Natürlich ist die Rechtslage je nach Land unterschiedlich und sicherlich gibt es Ausnahmen, die eine Pauschalisierung nicht zulassen. Generell gilt aber: Nur du hast es in der Hand, deine Ansprüche geltend zu machen. Informiere dich über bindende Gesetze, kenne deinen Arbeitsvertrag genau und trau dich freundlich aber bestimmt, deinen Chef auf vereinbarte Regelungen hinzuweisen.

In Deutschland legt das Arbeitszeitgesetz fest, dass grundsätzlich pro Werktag höchstens acht Sunden gearbeitet werden darf. „Das Arbeitszeitgesetz hat nichts dagegen, dass die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden verlängert wird – unter einer wichtigen Voraussetzung: Die über acht Stunden hinausgehende Arbeitszeit muss ausgeglichen werden. Und zwar nicht irgendwann, sondern innerhalb der nächsten sechs Monate. Im Durchschnitt darf niemand innerhalb von sechs Kalendermonaten länger als acht Stunden pro Werktag arbeiten.“[2]

Ähnlich ist die Regelung in Österreich: „Bei erhöhtem Arbeitsbedarf sind 5 Überstunden wöchentlich zulässig. Darüber hinaus erlaubt das Gesetz 5 weitere Überstunden wöchentlich (insgesamt also 10 Überstunden wöchentlich), diese jedoch nur in einem jährlichen Höchstausmaß von 60 Stunden. Die tägliche Arbeitszeit darf 10 Stunden (inkl. Überstunden) nicht überschreiten. Kollektivverträge können ein noch höheres Ausmaß an Überstunden vorsehen; darüber hinaus können zusätzliche Überstunden durch Betriebsvereinbarung zugelassen werden.“ [3]

In der Schweiz wird dann „von Überzeit gesprochen, wenn die wöchentliche gesetzliche Höchstarbeitszeit (je nach Branche 45 bis 50 Stunden) überschritten wird. Sie darf nicht mehr als zwei Stunden im Tag betragen. Sie darf im Kalenderjahr nicht mehr als 170 Stunden (bei wöchentlicher Arbeitszeit von 45 Stunden) bzw. 140 Stunden (bei 50 Stunden) betragen. Sie muss – wenn sie nicht in einer bestimmter Frist durch Freizeit ausgeglichen wird – mit einem Lohnzuschlag von mindestens 25 % entschädigt werden.“ [4]

Quellen:
[1] Arbeitszeitreport Deutschland 2016. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
[2] Bundesministerium für Arbeit und Soziales
[3] Arbeiterkammer Österreich
[4] Schweizerische Bundeskanzlei

Gelesen in news.kununu.com

Mittwoch, 23. August 2017

Kann Methadon Krebs heilen?



Veröffentlicht am 22.06.2017
Methadon gegen Krebs: Wie das Schmerzmittel Tumorzellen zerstört

Als Sabine Kloske im Alter von 36 Jahren die Diagnose Hirntumor erhält, geben die Ärzte ihr nicht mehr viel Zeit. "Der Arzt sagte, Sie haben noch maximal zwölf bis 15 Monate", erzählt die Lektorin rückblickend. Doch inzwischen sind bereits zweieinhalb Jahre vergangen. Und: "Der Tumor ist weg. Ich habe ein sauberes MRT-Bild", so Sabine Kloske, die zusätzlich zu einer Radiochemotherapie schon früh damit begonnen hat, Methadon einzunehmen, um ihre Überlebenschancen zu verbessern. Nur durch Zufall hatte die heute 38-Jährige von der Möglichkeit gehört, das Schmerzmittel als Zusatztherapie einzusetzen. Dass Krebszellen durch die Einnahme von Methadon absterben können, hatte die Ulmer Biologin Claudia Friesen bereits 2007 entdeckt - und seitdem intensiv daran geforscht. Wie sie mit ihren Erkenntnissen inzwischen schon hunderten Betroffenen helfen konnte, darüber spricht die Biologin live bei stern TV. Zu Gast im Studio sind dann auch Sabine Kloske und der Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher, der Methadon in der Krebsbehandlung einsetzt.

Methadon gegen Krebs - Chemikerin kritisiert bei stern TV "zu viel Gegenwind und fehlende klinische Studien."

"Methadon kann die Wirkung einer Chemotherapie verbessern." Aber: "Es gibt zu viele Gegenwinde, und es fehlen die klinischen Studien an großen Fallzahlen." Live bei stern TV hat die Chemikerin Dr. Claudia Friesen kritisiert, dass das Schmerzmittel Methadon trotz erstaunlicher Forschungsergebnisse nicht als Krebsmedikament eingesetzt wird. "Ich kenne Patienten, bei denen ein Chemotherapeutikum nicht gewirkt hat. Erst als sie es mit Methadon bekommen haben, sprach es wieder an", so Friesen im Gespräch mit Steffen Hallaschka. Aber, auch das machte die Wissenschaftlerin deutlich: "Wir brauchen die Studien. Dass es die nicht gibt, liegt daran, dass die Förderungen fehlen. Mittlerweile ist es sogar so, dass ich nicht einmal mehr meine Grundlagenforschung gefördert bekomme."

Schon 2007 hatte Friesen herausgefunden, dass Methadon Krebszellen absterben lassen kann. "Wir wollten ursprünglich die molekularen Mechanismen von Opioiden weiter aufklären. Und zu unserer Verwunderung sind die Tumorzellen mit Methadon gestorben." Nach zehn Jahren intensiver Forschung weiß Friesen inzwischen genauer, wie das Methadon wirkt: "Methadon kann den Widerstand der Tumorzelle gegen das Chemotherapeutikum brechen und sorgt dafür, dass das Chemotherapeutikum wirken kann", so Friesen bei stern TV.

Was das für Krebspatienten bedeuten kann, hatte stern TV zuvor unter anderem am Fall der 38-jährigen Sabine Kloske gezeigt. Als sie im Alter von 36 Jahren die Diagnose Hirntumor erhält, geben die Ärzte ihr nicht mehr viel Zeit. "Der Arzt sagte, Sie haben noch maximal zwölf bis 15 Monate", erzählt die Lektorin rückblickend. Doch inzwischen sind bereits zweieinhalb Jahre vergangen. Und: "Der Tumor ist weg. Ich habe ein sauberes MRT-Bild", so Sabine Kloske, die zusätzlich zu einer Radiochemotherapie schon früh damit begonnen hat, Methadon einzunehmen, um ihre Überlebenschancen zu verbessern.

Ein Einzelfall ist sie damit nicht. Auch Claudia Friesen hat mehr als 350 Patientendaten in ihrer Kartei gesammelt, deren MRT-Bilder unter der Einnahme von Methadon einen deutlichen Rückgang der Metastasen aufweisen - zum Teil sogar ein völliges Verschwinden. "Meistens sind es bettlägerige Patienten, die eigentlich gar nichts mehr machen können. Und wenn die auf Methadon umgestellt werden, können sie plötzlich wieder aufstehen, können wieder ihren Haushalt machen, viele können in den Urlaub fahren, also wieder ein normales Leben führen. Für viele ist allein die Lebensqualität es wert, Methadon einzusetzen."

Dass Methadon dennoch uninteressant für die Pharmabranche ist, liege vielleicht an dem günstigen Preis: "Wenn ich sehe was Methadon kostet, zwischen acht und 20 Euro für 100 Milliliter, die vier bis sechs Wochen reichen und vergleiche das mit den sehr teuren Medikamenten, die dann 20.000 bis 25.000 Euro kosten, hat Methadon kaum eine Chance."

* stern TV auf Facebook: https://www.facebook.com/sterntv
* Mehr Infos zum Thema: http://www.stern.de/tv/methadon-gegen...

Freitag, 30. Juni 2017

Träume haben Flügel - Ein Lied mit einem starken Text





Wenn Dein Blick müde ist und schwer, und Dein Schicksal stellt sich auf einmal quer, wenn die Gezeiten sich verhalten als ob's nur
Ebbe gibt, Deine Hoffnung verlor'n am Boden liegt.

Wenn Dein Leben so schnell rennt bis Du fällst, und Du als Letzter zu Dir hälst, wenn die Andern an Dir zweifeln und Du fängst auch schon an, ab dann erinner Dich daran.

Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort.
Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Lässt dein Glück Dich einmal im Stich und wie es weitergeh'n soll, weißt Du nicht. Wenn Andere Dir sagen: Du wärst nicht gut genug. Vertrau auf Deine Träume und hör ihn gut zu.

Denn Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort. Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Träume haben Flügel, sie tragen Dich hinfort. Sie wissen wo Du hingehörst und bringen Dich zu jenem Ort.
Träume haben Flügel, sieh hin, sie warten schon.
Folge ihn so gut es geht, sonst fliegen sie davon.

Sonntag, 5. Februar 2017

Von den Medien völlig ignoriert

Tausende Frauen, Hebrews, Musliminnen und Christinnen sind in Israel zusammen für den Frieden marschiert.

Yael Deckelbaum singt das Lied Prayer of the Mothers zusammen mit Frauen und Mütter verschiedener Religionen und zeigt damit, dass Veränderungen möglich ist.



Wenn alle für den Frieden auf die Strasse gehen würden, wäre niemand mehr da für den Krieg!

Sonntag, 22. Januar 2017

Warum wir Krebs nicht besiegen sollten

Das Thema und die Überschrift stammt von dem gleichnamigen, sehr ausführlichen und lesenswerten Artikel aus GEO 11/2016.

Es war wohl kein Zufall das ich das GEO, in dem dieses Thema behandelt wurde, begonnen habe zu lesen. Denn ein Freund von mir hatte Krebs. Er war austherapiert. Es gab noch eine Hoffnung. Eine spezielle Behandlung die gezielter den Krebs behandeln sollte. Wie das gehen sollte konnte er mir nicht genau sagen. Nur, dass diese spezielle Behandlung erst an Patienten angewendet wird wo die bisherigen Therapien versagt haben. Doch es war leider zu spät!

Im Kampf gegen den Krebs war das Bestreben diesen möglichst schnell und gründlich los zu werden. Stahl (Operation), Strahl (Bestrahlung) und Chemo sind da bislang die einzigen breit anerkannten Therapieformen.

Mit der Chemotherapie wird versucht, die krankhaften Zellen zu zerstören und diese an der weiteren Vermehrung zu hindern.

Forscher sehen das inzwischen bei manchen Krebsarten anders. Sie untersuchen einen anderen Ansatz. Der Grundgedanke hinter dieser Idee besteht in der großen Variabilität der Krebszellen.

Unsere Vorstellung von Krebs ist, dass es sich um einen Haufen wild wuchernder Zellen handelt. Diese gelte es zu vernichten und der Krebs wäre beseitigt. Dem ist aber nicht so. Man müsse den Krebs eher mit der Evolution der Arten verglichen. So wie sich das Leben auf der Erde ausdifferenziert hat, so entwickelt sich ein Tumor ständig weiter. Ein fortgeschrittener Tumor besteht aus Milliarden von Zellen, von denen keine der anderen gleicht.

Die Chemotherapie besteht aus hohen Dosen hochwirksamer starker Medikamente, die neben den Krebszellen auch die gesunden Körperzelle angreifen und schwächen.

Üblicherweise wird in Studien die maximal verträgliche Dosis ermittelt. Durch die vielen Mittel gegen Übelkeit die mittlerweile zur Verfügung stehen, konnte diese Dosis immer weiter erhöht werden in der Hoffnung, dass möglichst alle krankhaften Zellen vernichtet werden, aber mit der Folge der weiteren Schwächung der gesunden Zellen.

Nach der Chemotherapie, die die allermeisten der krankhaften Zellen vernichtet hat, bleiben oft ein paar wenige Zellen zurück, die mit den bisherigen Medikamenten nicht mehr therapiert werden können. Diese haben sich der „Umwelt“, also dem Körpers und dessen Chemowirkstoffen, angepasst und sind so resistent geworden. Diese resistenten Zellen können sich wieder vermehren und zu einem Rezidiv führen. Bei diesem Rückfall besteht der Tumor dann nur noch aus diesen resistenten Zellen, die eben auf die Medikamente nicht mehr ansprechen. Mit jeder Chemobehandlung, deren Ziel die vollständige Vernichtung des Krebs zum Ziel hat, werden die überlebenden Zellen resistenter und aggressiver.

Dies kann erklären, warum herkömmliche Therapien bei Rezidiven immer weniger wirksam sind und der Patient am Ende als „austherapiert“ zum Sterben nach Hause geschickt wird.

So mancher Forscher stellte sich deshalb die Frage, ob die Patienten nicht trotz, sondern wegen der Chemobehandlungen sterben; ob die Medizin ein aussichtsloses Ziel verfolgt und die herkömmlichen Mittel dazu verdammt sind, zu versagen?

Ziel dieser Forscher stellt ist es, die „Evolution“ der Krebszellen zu verlangsamen. Was genau die Chemobehandlung unter den Krebszellen auslöst, ist schlichtweg nicht bekannt. Laufende Biopsien sind den Patienten nicht zumutbar und bildgebende Verfahren für Zellveränderungen sind bislang nicht möglich. Mathematische Modelle lassen vermuten, dass fortgeschrittenen Tumore eine Hülle aus wenig veränderten Zellen haben und sich in ihrem Inneren unter widrigen Bedingungen mit wenig Sauerstoff und saurem Milieu die aggressiven Zellen bilden. Eine Chemotherapie zu diesem späten Zeitpunkt bricht die äußere Hülle auf und der Tumor beginnt erst recht zu streuen. Aber da ist die Forschung erst ganz am Anfang. Einer der befragten Ärzte wurde gefragt, was er denn nach einer Krebsdiagnosen machen würde. Er sagt: „Erstmal Urlaub!“

Den Ansatz der nun überlegt wird, ist die „adaptive Chemotherapie“. Anstatt den Krebs heilen zu wollen, könnten die Patienten mit dem Krebs leben, ohne daran zu sterben.

Im Vergleich zur herkömmlichen Therapie wird die Medikamentengabe reduziert oder ausgesetzt, sobald der Tumor schrumpft. Dadurch werden die einzelnen Mutation nicht ausgelöscht und halten die resistenten Zellen im Schach. Wächst der Tumor wieder, wird wieder eine Chemogabe verabreicht. Der Krebs spricht weiterhin auf die herkömmlichen Medikamente an und kann wieder und wieder reduziert werden. Er bleibt latent vorhanden, ohne dass die aggressiveren Zellen die Oberhand gewinnen. Er kann zur chronischen Krankheit mit einer langen Überlebenszeit werden.

Die Problematik bestand zunächst, Pharmafirmen davon zu überzeugen ihre Medikamente für diese Studien zur Verfügung zu stellen und Ärzte zu finden, die der Idee aufgeschlossen sind. Patienten fanden sich zur Genüge, sie greifen nach jedem Strohhalm, der ihnen eine Lebensverlängerung verspricht. Inzwischen laufen Studien am Memoral Cancer Center in New York.

Montag, 2. Januar 2017

Zitat

Wenn der Plan nicht funktioniert, dann ändere den Plan. Aber niemals das Ziel.